Auch U11 ist mit dabei
SSV Jahn übernimmt Patenschaft, denn das Runde muss ins Eckige
Beim Fußbal muss der der Ball ins Tor und auf der Streuobstwiese der Apfel in die Sammelkiste. Fußballer engagieren sich in Obertraubling im Rahmen der Initiative „Jahn Ökologie: Verwurzelt in Ostbayern“.
Was haben Profifußball und Streuobstwiesen gemeinsam? Auf den ersten Blick vielleicht nicht viel – bei der gemeinsamen Apfelernte des SSV Jahn Regensburg, des Landschaftspflegeverbands Regensburg und des Biotopverbundprojekts Juradistl treffen Sport, Heimat und Naturschutz aber ganz praktisch aufeinander. Immer muss das Runde ins Eckige – der Ball ins Tor und der Apfel in die Sammelkisten.
Auch Nachwuchs und die Eltern helfen fleißig mit
Neben zwei Jahn-Profifußballern halfen die gesamte U 11 des SSV, einige von deren Eltern und auch Angestellte aus dem Geschäftsbereich des Fußball-Drittligisten mit. Das nötige Equipment für die Ernte hatte Josef Sedlmeier, Geschäftsführer des Landespflegeverbands Regensburg (LPV), auf einen Kleinlaster gepackt und verteilte die Eimer und Kisten an die Sammelnden. Sedlmeier erklärte, „dass der LPV einen starken Partner brauchte, der unsere Juradistl-Idee stark nach außen trägt und da ist des SSV Jahn perfekt für so etwas“.
Nach einem Kontakt mit Stephan Burmeister, Leiter Unternehmensentwicklung, Nachhaltigkeit und Organisation beim SSV, sei die Idee des Erntens und Schneidens, aber vor allem auch des Bewerbens umgesetzt worden. Heute stehe man hier und könne ernten, so Sedlmeier.
Streuobst statt Plantage bietet mehr Biodiversität
Wiebke Weiland von Juradistl erläutert, was aus den Äpfeln nun entstehe: „Nach der Ernte gehen die Früchte direkt an die Firma Nagler, die daraus Juradistl-Apfelsaft und Juradistl-Schorle entstehen lässt.“ Wichtig sei aber, dass diese Äpfel nicht von einer Plantage kämen, sondern von einer Streuobstwiese, wo viel mehr Biodiversität und Leben seien, was einen höheren Wert habe.
Doch bevor es losging, wandte sich Obertraublings Bürgermeister Simon Wagner an die Sammler: „Wir freuen uns, dass wir heuer unsere Streuobstwiese für dieses Projekt zur Verfügung stellen konnten.“ Selbst Günter Hödl, Vorstandschef des SSV Jahn, war sich nicht zu schade, mitzusammeln: „Eine gute Sache, die wir gerne unterstützen“, sagte der Jahn-Boss.
Obertraublings Bürgermeister Simon Wagner lobte das Engagement des SSV Jahn und des LPV sowie die gesamte Aktion. – Foto: Tino Lex
Vor allem die Spieler der U 11 waren bis in die Haarspitzen motiviert und wollten endlich beginnen. Doch Thomas Schwarz von „landimpuls“ Juradistl hatte noch ein Quiz vorbereitet: Aus allen Sammlern bildeten sich fünf Teams, die einige knifflige Fragen zu beantworten hatten. Eine Frage konnte selbst Markus Nagler, Geschäftsführer der Kelterei Nagler (unweit des Jahnstadions), nicht genau beantworten: Wie viele Äpfel braucht man für eine 0,2-Liter-Flasche Apfelsaft? „Vier oder sechs? Ich weiß es nicht genau. Aber wir zählen die Äpfel auch nicht, wir wiegen sie“, hatte er eine Ausrede parat. Für Nagler ist das Schöne an Streuobstwiesen der Unterschied zwischen verschiedenen Sorten – das mache den guten Geschmack aus. Während Plantagensaft nur aus einer Sorte Äpfel bestehe und fast künstliche schmecke, schmeckten diese Äpfel hier ganz anders – viel besser, betonte Markus Nagler.
Dann ging es zur Streuobst-Wiese und Sedlmeier schüttelte die Bäume, so dass die Früchte auf den Boden fielen. Die Jahn-Profis Leo Mätzler und Marco Wörner legten sich mächtig ins Zeug und sammelten fleißig ein. Mätzler kennt die Apfelernte schon aus seiner Heimat Österreich und wusste sofort, was zu tun ist. Wenn die Jahnprofis jetzt noch die Bälle so zielsicher im gegnerischen Kasten versenken wie die Äpfel in die Sammelkörbe – sind alle zufrieden.

