Auch U11 ist mit dabei
SSV Jahn übernimmt Patenschaft – denn das Runde muss ins Eckige
18.09.2026
Beim Fußball muss der Ball ins Tor – und auf der Streuobstwiese der Apfel in die Sammelkiste. Fußballer des SSV Jahn Regensburg engagieren sich in Obertraubling im Rahmen der Initiative „Jahn Ökologie: Verwurzelt in Ostbayern“ für den Erhalt wertvoller Streuobstwiesen.
Was haben Profifußball und Streuobstwiesen gemeinsam? Auf den ersten Blick vielleicht nicht viel. Bei der gemeinsamen Apfelernte des SSV Jahn Regensburg, des Landschaftspflegeverbands Regensburg und des Biotopverbundprojekts Juradistl treffen Sport, Heimat und Naturschutz jedoch ganz praktisch aufeinander. Denn in beiden Fällen gilt: Das Runde muss ins Eckige – der Ball ins Tor und der Apfel in die Sammelkiste.
Im Rahmen seiner Initiative „Jahn Ökologie: Verwurzelt in Ostbayern“ hat der SSV Jahn die Patenschaft für eine rund 1,4 Hektar große Streuobstwiese mit 55 Bäumen übernommen. Gemeinsam mit Juradistl und dem Landschaftspflegeverband Regensburg möchte der Verein damit einen Beitrag zum Erhalt der regionalen Artenvielfalt und der traditionellen Kulturlandschaft leisten. Nun wurden in Obertraubling/Oberhinkofen gemeinsam die Äpfel geerntet.
Auch Nachwuchs und Eltern helfen fleißig mit
Neben zwei Jahn-Profifußballern packten die gesamte U11 des SSV, einige Eltern sowie Mitarbeitende aus dem Geschäftsbereich des Fußball-Drittligisten mit an. Das nötige Equipment für die Ernte hatte Josef Sedlmeier, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Regensburg (LPV), auf einem Kleinlaster mitgebracht. Eimer und Kisten wurden anschließend an die fleißigen Helferinnen und Helfer verteilt.
Sedlmeier erklärte, dass der LPV einen starken Partner gesucht habe, der die Juradistl-Idee auch nach außen trägt. Mit dem SSV Jahn habe man dafür den passenden Partner gefunden.
Nach einem Kontakt mit Stephan Burmeister, Leiter Unternehmensentwicklung, Nachhaltigkeit und Organisation beim SSV Jahn, sei schließlich die Idee entstanden, gemeinsam zu ernten, Bäume zu schneiden und das Thema Streuobst stärker in die Öffentlichkeit zu bringen.
Streuobstwiesen bieten wertvollen Lebensraum
Wiebke Weiland von Juradistl erläuterte, was mit den geernteten Äpfeln geschieht: „Nach der Ernte gehen die Früchte direkt an die Firma Nagler, die daraus Juradistl-Apfelsaft und Juradistl-Schorle entstehen lässt.“
Das Besondere: Die Äpfel stammen nicht aus einer Plantage, sondern von einer Streuobstwiese. Diese bietet deutlich mehr Raum für Biodiversität und ist Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Bevor die eigentliche Ernte begann, begrüßte Obertraublings Bürgermeister Simon Wagner die Helferinnen und Helfer: „Wir freuen uns, dass wir heuer unsere Streuobstwiese für dieses Projekt zur Verfügung stellen konnten.“ Auch Günter Hödl, Vorstandsvorsitzender des SSV Jahn, packte mit an: „Eine gute Sache, die wir gerne unterstützen.“

Mit Quiz und viel Motivation zur Apfelernte
Vor allem die Spieler der U11 waren hoch motiviert und wollten am liebsten sofort mit der Ernte beginnen. Doch zunächst hatte Thomas Schwarz von „landimpuls“ Juradistl noch ein Quiz vorbereitet. Die Teilnehmenden bildeten fünf Teams und beantworteten einige knifflige Fragen rund um Äpfel und Streuobstwiesen.
Eine davon brachte selbst Markus Nagler, Geschäftsführer der Kelterei Nagler unweit des Jahnstadions, ins Grübeln: Wie viele Äpfel braucht man für eine 0,2-Liter-Flasche Apfelsaft? „Vier oder sechs? Ich weiß es nicht genau. Aber wir zählen die Äpfel auch nicht, wir wiegen sie“, sagte er mit einem Augenzwinkern.
Für Nagler liegt der besondere Reiz von Streuobstwiesen in der Vielfalt der verschiedenen Apfelsorten. Genau diese Mischung sorge für den charakteristischen und besonders guten Geschmack des Saftes.
Dann ging es endlich auf die Streuobstwiese. Sedlmeier schüttelte die Bäume, sodass die Früchte zu Boden fielen. Die Jahn-Profis Leo Mätzler und Marco Wörner legten sich dabei ebenso ins Zeug wie der Nachwuchs. Mätzler kannte die Apfelernte bereits aus seiner österreichischen Heimat und wusste sofort, was zu tun war.
Wenn die Jahn-Profis nun auch die Bälle so zielsicher im gegnerischen Tor versenken wie die Äpfel in den Sammelkisten, dürften am Ende alle zufrieden sein.
